Scheidung online – In eigener Sache

So etwas wie eine „Online-Scheidung“ gibt es nicht. Bestandteil des Scheidungsverfahrens ist die obligatorische Anhörung der Ehegatten durch das Familiengericht (§ 128 Abs. 1 FamFG). Es wird sich also in jedem Fall zumindest ein Termin beim Familiengericht erforderlich machen, der in der Regel nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauert. Das Angebot meint vielmehr die Abwicklung der gesamten zwischen Ihnen als Mandanten und dem Fachanwalt für Familienrecht erforderlichen Korrespondenz per E-Mail und/oder Telefon sowie per Post. Die Angebote im weltweiten Netz sind zahlreich. Wir empfehlen uns, Ihr Mandat in diesem Sinne zeit- und damit kosteneffizient zu begleiten.

Jedoch können auch im Rahmen eines Verfahrens zur einverständlichen Ehescheidung komplizierte Fragen auftreten, die dann zwischen Ihnen als Mandanten und dem Fachanwalt für Familienrecht besprochen und einer Lösung zugeführt werden müssen. Zugegeben, es handelt sich dabei um Einzelfälle. Aber was, wenn Ihr Mandat ein solches ist? Lassen Sie uns Ihnen ein Beispiel geben:

Die Ehegatten wünschen beide die Scheidung, die gesetzlichen Voraussetzungen sind erfüllt. Da kein Ausnahmetatbestand vorliegt und ein Ausschluss durch die Eheleute nicht vereinbart worden ist, hat das Familiengericht den Versorgungsausgleich von Amts wegen durchzuführen. Dazu wird es Auskünfte über alle in der Ehezeit erworbenen Versorgungsanrechte von den jeweiligen Trägern einholen. Einer der Versicherungsträger verlangt externe Teilung (§ 14 Abs. 2 Nr. 2 VersAusglG).

Und nun? Hier besteht Beratungs- und Gesprächsbedarf. Wir werden uns also zumindest fernmündlich abzustimmen haben, im gewählten Beispiel insbesondere zur Frage der Wahl einer geeigneten Zielversorgung.

Oft liest man Anpreisungen wie „kostengünstigste Scheidung“, „keiner ist günstiger“, „unschlagbarer Preis“ und anderes mehr. Diese Art Werbung liegt an der Grenze dessen, was für Rechtsanwälte zulässig ist, möglicherweise auch jenseits davon. Dies gilt umso mehr, als die überwiegende Zahl der Verfahren – die Scheidungen bilden da keine Ausnahme – bei den deutschen Familiengerichten und Familiensenaten der Oberlandesgerichte unter Inanspruchnahme der länderstaatlich finanzierten Verfahrenskostenhilfe geführt wird. Fakt ist, die Kosten eines Scheidungsverfahrens sind gesetzlich geregelt. Den Rechtsanwälten ist es verboten, in gerichtlichen Verfahren geringere als die gesetzlichen Gebühren zu nehmen.

Sie wünschen einen Kostenvoranschlag? Sehr gern. Auf unseren Seiten finden Sie ein Kontaktformular und dort eine für Sie bundesweit kostenfreie Telefonnummer.

Noch eine Bitte: Achten Sie auf Ihre persönlichen Daten! Lassen Sie nicht beim ersten Kontakt „die Hosen runter“, indem Sie vertraulichste Informationen preisgeben, ohne zu wissen, mit wem konkret Sie es zu tun haben werden. Wir werden die für die Abwicklung Ihres Auftrages erforderlichen Daten nach Ihrer Wahl online, fernmündlich oder schriftlich abfragen, sofern und sobald wir uns vertraglich einig geworden sein werden.

Pollmächer Leuschke Rechtsanwälte – Kompetenz im Familienrecht.